Buchhandlung für ausgesuchte Literatur Ulrich Klinger Seit über 20 Jahren Ihre Buchhandlung im Veedel
Buchhandlung für ausgesuchte Literatur Ulrich Klinger Seit über 20 Jahren Ihre Buchhandlung im Veedel

Belletristik

„Wenn eine Idee am Anfang nicht absurd klingt, dann gibt es keine Hoffnung für sie.“ Albert Einstein

Romane und AutorInnen, die wir Ihnen ans Herz legen wollen  (In alphabetischer Reihenfolge der AutorInnen)

Susan Abulhawa

"Während die Welt schlief"
von Susan Abulhawa
Kartoniert, Roman. 448 S., € 9,99

 

 

 

 

Jenin im Blumenmonat April: Frühmorgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und des Glücks, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt - ein Leben, das im Flüchtlingslager beginnt, nach Amerika führt und dennoch stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israel und Palästina.

Über vier Generationen erzählt Susan Abulhawa eine tief berührende Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung.

"Senhorita Elsa- Die Schule der Liebe"

Mário de Andrade

Louisoder-Verlag 2017   € 22,-

 

 

 

 

Brasilien 1927: Seit fast zwanzig Jahren lebt die aus Hamburg stammende, attraktive Elsa Schumann bereits in São Paulo. Immer noch ledig und kinderlos träumt sie von ihrem ultimativen "Karl" - dem Mann, der ihr Leben zum Guten wendet. Mit inzwischen 35 Jahren tickt Elsas Uhr gleich zweifach: einmal in Bezug auf ihre private Lebensplanung und zweitens wegen ihres delikaten Berufs. Elsa ist nämlich "Lehrerin der Liebe". Ihr Job: die Söhne reicher brasilianischer Clans in die Kunst des Flirtens und der Erotik einzuweisen. So auch Carlos, Sousa Costas Erstgeborenen. Als Sprachlehrerin getarnt, soll sie dafür sorgen, dass sich Carlos in sie verliebt und jenseits der schmuddeligen Puffs die seelischen und körperlichen Höhen und Tiefen der Liebe erfährt. Diese Aufgabe kann Elsa aber nur dann erfüllen, wenn sie selbst innerlich neutral bleibt. Doch dieses Mal ist alles anders und nicht nur Elsas Auftrag gerät in Gefahr ....

 

Und wieder eine Perle aus dem kleinen und feinen Louisoder-Verlag!

Eine nostalgische Geschichte zum geniessen, ein bisschen "gute alte Zeit", als die deutschen Auswanderer noch gemeinsam ihre Kultur und Erinnerungen pflegten und man sich regelmässig zum geselligen Miteinander traf. In dieser Gesellschaft hütet Elsa Schumann ihren Beruf natürlich mit aller Sorgfalt. Zwar ist sie durchaus stolz auf ihre Berufung, ist sich natürlich aber der engen Grenzen der bürgerlichen Wertvorstellungen bewusst. So gilt für sie permanente äusserste Wachsamkeit und eine strenge Selbstkontrolle. Aber ob das auf Dauer gut gehen kann?

"Hexensaat"

Margaret Atwood

Knaus-Verlag 2017   19,99 €

 

 

 

 

Shakespeares "Der Sturm" reloaded... Felix ist der oberste Chef des Theaterfestivals von Makeshiweg, er ist kreativ, wagemutig, innovativ- und von seinem ersten Assistenten ausgebootet worden! Mittlerweile hat er sich in seinem neuem Dasein arrangiert, er gibt Theaterkurse in einer Justizvollzugsanstalt, flirtet ein bisschen mit der zuständigen Ministerin, lebt in einer winzigen Hütte weitab vom Trubel der Stadt in Gesellschaft seiner im Kindesalter verstorbenen  Tochter Miranda. Und sinnt auf Rache. Als sich zur nächsten Aufführung seiner Truppe von Schwerverbrechern eben jene Politiker anmelden, die ihn aus dem Amt gejagt haben, entwickelt Felix einen doppelbödigen Plan. Shakespeares Sturm wird Werkzeug seiner Rache sein- und seine "Knastis" werden ihm helfen...

 

Nicht nur für Shakespeare-Fans ein Vergnügen, die Mischung aus Rache, Knast-Feeling, Geistergeschichte und Trauerverarbeitung ist einfach gelungen! Kann in einem Zug genossen werden

Antje Babendererde

Antje Babendererde wurde 1963 in Jena geboren, ist drei Jahre später mit ihren Eltern nach Gotha gezogen, wo sie aufwuchs und zur Schule ging. Nach dem Abi hat als Hortnerin in einer kleinen Dorfschule gearbeitet und danach in Saalfeld eine Töpferlehre absolviert. In dem schönen Thüringer Städtchen hat sie auch ihren Mann kennengelernt. 

Ihr Mann und sie wollten gerne auf dem Land leben und haben sich in das Abenteuer gestürzt, ein 86 Jahre altes Fachwerkhaus zu kaufen. 

 

Nach der Wende begann Antje Babendererde Bücher zu schreiben und diese Leidenschaft hat sie nicht mehr losgelassen.

 

Im Jahr 1996 hat sie die Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet seither als Schriftstellerin.

 

Seit ihrer ersten Reise ins Indianerland, das war 1994, hat sie Romane über das heutige Leben der amerikanischen Ureinwohner für Erwachsene und für Jugendliche geschrieben.

 

Nach 15 Indianerromanen bekam Antje Babendererde große Lust, mit einer Geschichte in ihre Heimat Thüringen zurückzukehren – sozusagen zu ihren Wurzeln. Das machte ihr sehr viel Spaß und mit Sicherheit wird es weitere, in Thüringen angesiedelte Romane geben.

 

Wohin dieser Weg sie führen wird, weiß sie im Augenblick selbst noch nicht. Das ist das große Abenteuer des Schreibens.

"Der Walfänger"
von Antje Babendererde
Kartoniert, Roman. 437 S., € 12,80

 

 

 

 

Nach einem Fangverbot von mehr als achtzig Jahren bekommt das kleine Volk der Makah-Indianer an der Nordwestküste Amerikas die Erlaubnis, wieder Wale auf traditionelle Weise jagen zu dürfen. Auch Micah Mahone bereitet sich auf die Jagd vor, denn er ist auserwählt, einer der Paddler im Walfangkanu zu sein. Doch je tiefer er zum Wesen der alten Traditionen seines Volkes vordringt, um so mehr bedrängen ihn Zweifel, ob alles, was in vergangenen Zeiten einmal richtig gewesen war, auch in der Zukunft noch Gültigkeit haben sollte.

Angefeindet von fanatischen Tierschützern und in Sorge um seinen behinderten Bruder Ryder, der einen geheimnisvollen Walschrein entdeckt hat, versucht Micah seinen Weg zu gehen und dabei das Richtige zu tun.

Hilfe bekommt er dabei von der warmherzigen Museumsdirektorin Sally Kallappa, der die Zukunft ihres Volkes am Herzen liegt. Micah verliebt sich in Sally und begreift irgendwann, dass er sich entscheiden muss …

"Wundes Land"
von Antje Babendererde
Kartoniert, Roman. 320 S., € 9,80

 

 

 

 

Im Auftrag eines Entwicklungshilfeprojektes reist die junge Deutsche Ellen Kirsch nach South Dakota in das Pine Ridge Indianerreservat, der Heimat der Oglala Lakota. Ihr Aufenthalt im Reservat, der mit großen Herausforderungen verbunden ist und in den sie große Hoffnungen setzt, entpuppt sich bald als Alptraum.

Nichts ist so, wie sie es sich vorgestellt hat. Ellen, die nicht nur mit den Unbilden des rauen Landes zu kämpfen hat, sondern auch mit der Ablehnung seiner Bewohner, wird zufällig Zeugin eines Verbrechens und muss erkennen, dass schon ganz harmlose Fragen sie selbst in große Gefahr bringen.

Sie rettet dem Lakota-Indianer Keenan Kills Straight das Leben und riskiert ihr eigenes, um ihn in Sicherheit zu bringen. Immer mehr erkennt Ellen, dass die Dinge hier nicht so sind wie sie scheinen. Aber sie gibt nicht auf und lernt, sich in der fremden Welt zurechtzufinden.

Gioconda Belli

Mondhitze
von Gioconda Belli (Nicaragua / USA)
Gebunden, Roman. Übersetzung: Kliche, Lutz,
288 Seiten, € 18,00




"Mondhitze", der neue Roman der lateinamerikanischen Kultautorin Gioconda Belli, handelt von den Geheimnissen, Erfahrungen und Abenteuern einer Frau um die Fünfzig. Oder davon, wie der Verlust der physischen Fruchtbarkeit auch der Beginn einer persönlichen Revolution sein kann.

Emma ist eine attraktive Arztgattin aus Nicaragua, und sie hat etwas gegen die unschöne Rolle, die einer reiferen Frau von der Gesellschaft zugedacht wird. Da ihr Körper erste Zeichen des Alterns zu zeigen beginnt, packt sie die Panik. An einem besonders schwarzen Tag voller negativer Gedanken ändert ein zufälliges Ereignis ihre Situation jedoch komplett: Sie begegnet unerwarteter Leidenschaft, wird aus ihrer bequemen Routine gerissen und öffnet sich in dieser nächsten Lebensphase neuen Möglichkeiten der Liebe und weiblicher Macht.

Denn die Schönheit der Frauen mag sich wandeln, aber sie vergeht nicht ...

Alan Bennett

Alan Bennett, 1934 in Leeds geboren, wurde bekannt durch seine TV Comedy-Revue »Beyond the Fringe« sowie durch die 1987 unter dem Titel »Talking Heads« von der BBC gesendeten Monologe. Neben zahlreichen Theaterstücken – unter anderem eine Theaterfassung des englischen Kinderbuchklassikers »Der Wind in den Weiden« – und seinen Arbeiten für Fernsehen und Rundfunk schreibt Bennett seit Mitte der neunziger Jahre auch Prosa.

"Die souveräne Leserin"
Leinen, 120 S., € 14,90

 

 

 

Eine Liebeserklärung an die Queen und an die Literatur; wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst?!

Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. »Ma’am« ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus – und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie sich fortan über ihre Lektüren unterhält.
»Not amused« ist hingegen der Privatsekretär der Queen, Sir Kevin, der nichts unversucht lässt, »Her Majesty« dem schädlichen Einfluss Normans zu entziehen. Denn die Queen beginnt, ihre Pflichten zu vernachlässigen, liest nun lieber in ihrer Kutsche, statt der Menge zuzuwinken.
Ein Bennett »at his best – very British«, wie immer, und von so umwerfender Komik, dass Ihnen der »Bowlerhat« hochgeht!

"The Girls"

Emma Cline

Hanser Verlag    22,-€

 

 

 

 

Kalifornien, 1969. Evie Boyd ist vierzehn und möchte unbedingt gesehen werden - aber weder die frisch geschiedenen Eltern noch ihre einzige Freundin beachten sie. Doch dann, an einem der endlosen Sommertage, begegnet sie ihnen: den "Girls". Das Haar, lang und unfrisiert. Die ausgefransten Kleider. Ihr lautes, freies Lachen. Unter ihnen ist auch die ältere Suzanne, der Evie verfällt. Mit ihnen zieht sie zu Russell, einem Typ wie Charles Manson, dessen Ranch tief in den Hügeln liegt. Gerüchte von Sex, wilden Partys, Einzelne, die plötzlich ausreißen. Evie gibt sich der Vision grenzenloser Liebe hin und merkt nicht, wie der Moment naht, der ihr Leben mit Gewalt für immer zerstören könnte.

 

 

Rückblickend erzählt von einer mittlerweile alt gewordenen Evie, die sich an verschiedene Episoden erinnert und -unter Andeutung einer Katastrophe, die dem ganzen ein Ende gesetzt hat- die nicht immer schöne Realität einer Hippie-Kommune aufleben lässt. Atmosphärisch packend und in klarer Sprache erzählt.

"Wovon wir lebten"

Silke Scheuermann

Schöffling  Co.-Verlag 2016   € 24,-

 

 

 

 

Große Erwartungen an das Leben hat Marten nicht. Er stammt aus einem problematischen Elternhaus und wächst in einem Umfeld auf, das von illegalen Geschäften, Schlägereien und Sex beherrscht wird. Beim Drogenentzug trifft er Peter, einen ehemaligen Restaurant- und Clubbesitzer. Peter entdeckt Martens Talent zum Kochen. Als die beiden gemeinsam das Edellokal Happy Rabbit eröffnen, kommt es zu einem Wiedersehen mit Martens Jugendliebe Stella, die ihre Bilder in der Galerie des Restaurants ausstellen soll. Von einer reichen Tante großgezogen, scheint sie ihm unerreichbar. Jetzt aber drehen sich die Vorzeichen um: Während Stella um Anerkennung für ihre Kunst kämpfen muss, avanciert Marten zum angesagten Fernsehkoch - bis das kriminelle Milieu ihn wieder einzuholen droht.Eindringlich und authentisch erzählt Silke Scheuermann von fragilen Lebensträumen.

 

Und das liest sich einfach gut auf den wohlformulierten 536 Seiten. Man begleitet Marten durch Kindheit und Jugend, beobachtet ihn beim straucheln und suchen und freut sich mit ihm über das märchenhafte "happy-ending". Schliesslich darf auch eine realistische Geschichte mal gut ausgehen, oder?

Sanna Seven Deers

Sanna Seven Deers (Jg. 1974) ist in Hamburg geboren und aufgewachsen, bevor sie 1997 nach Kanada auswanderte. Heute lebt sie mit ihrem Mann, dem indianischen Bildhauer David Seven Deers, und ihren vier Kindern auf der eigenen Ranch in Britisch Kolumbien, Kanada.

Sanna Seven Deers schreibt Romane für Erwachsene und entführt ihre Leser auf

Bild: Ralf Schöne

 

eine Reise voller Abenteuer und indianischer Mystik in die unberührte Schönheit der kanadischen Wildnis.

"Sommervogel"
von Sanna Seven Deers
Kartoniert, Roman. 340 S, € 9,95

 

 

 

 

Das hat Claire gerade noch gefehlt: Wenige Wochen bevor sie ihren neuen Job im Gartenbauamt antreten will, soll sie ihren kranken, schrulligen Onkel Ben in der kanadischen Wildnis gesund pflegen.
Widerwillig reist Claire auf Bitten ihrer Mutter nach Westkanada.
Dort angekommen, entdeckt sie nicht nur die berauschende Schönheit der kanadischen Landschaft und öffnet ihr Herz, sie wird auch unversehens zur Zeugin einer tragischen Liebesgeschichte, die in der Goldgräberzeit begann, und deren tödliche Folgen bis in die Gegenwart reichen ...
Ein packender Roman über Liebe und Respekt vor dem Hintergrund der indianischen Kultur und Spiritualität in den kanadischen Rocky Mountains.

Emmanuel B. Dongala

"Gruppenfoto am Ufer des Flusses"
von Emmanuel B. Dongala
Gebunden, Roman. 339 S.
Aus d. Französ. v. Giò Waeckerlin-Induni
€ 22,00

 

Emmanuel Dongalas Gruppenfoto am Ufer des Flusses ist ein wahres Loblied auf die afrikanischen Frauen! Ein Roman, der sie nicht nur stark und warmherzig zeigt, sondern wehrhaft und fest entschlossen, das Ruder endlich herumzuwerfen.

Am Ufer des Flusses arbeiten Tag für Tag zehn Steineklopferinnen. Unter der sengenden afrikanischen Sonne zerschlagen die Frauen große Felsblöcke zu kleinen Schottersteinen, die sie säckeweise an Händler verkaufen. Es sind junge und ältere Frauen, Analphabetinnen und solche mit Schulbildung, es sind Witwen, Ehefrauen, Mütter. Gemeinsam ist den Steineklopferinnen, dass sie von einer persönlichen Katastrophe aus der Bahn geworfen wurden und ohne ihr Einkommen nicht überleben können.

Als die Frauen erfahren, dass durch den Bau eines neuen Flughafens die Nachfrage nach Schottersteinen gestiegen ist und die Zwischenhändler längst höhere Gewinne erzielen, sehen sie ihre Chance: Sie beschließen ihre Preise zu verdoppeln. Natürlich trifft ihr Anliegen auf Widerstand bei den Händlern, aber die Frauen sind zum Risiko bereit.
Angespornt durch ihren Humor und getragen von der Solidarität entwickeln die Steineklopferinnen den nötigen Mut und aus dem Konflikt wird ein handfester Arbeitskampf mit politischen Dimensionen.

Dörte Hansen

Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, lernte in der Grundschule, dass es außer Plattdeutsch noch andere Sprachen auf der Welt gibt. Die Begeisterung darüber führte zum Studium etlicher Sprachen wie Gälisch, Finnisch oder Baskisch und hielt noch an bis zur Promotion in Linguistik. Danach wechselte sie zum Journalismus, war einige Jahre Redakteurin beim NDR und arbeitet heute als Autorin für Hörfunk und Print. Sie lebt in der Nähe von Hamburg. „Altes Land“ ist ihr erster Roman.

Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie

Das "Polackenkind" ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen - und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.

Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.

Lars Vasa Johansson

Lars Vasa Johansson, geboren 1966 in Stockholm, ist Drehbuchautor, Musiker und einer der gefragtesten script doctors in Schweden. Er war an diversen Film- und Fernsehproduktionen beteiligt und arbeitete außerdem als Schlagzeuger und Komponist. "Anton hat kein Glück" ist sein erster Roman.

"Anton hat kein Glück"

Lars Vasa Johansson

19,95€

 

 

 

Ein Anruf seiner Eltern und eine E-Mail vom Elektrodiscounter sind die einzigen Glückwünsche, die Anton zu seinem 45. Geburtstag erhält. Aber der grummelige Berufszauberer mag Menschen sowieso nicht besonders. Seit Jahren tingelt er mäßig erfolgreich mit seinen Auftritten von Altersheim zu Einkaufszentrum. An und für sich würde ihn all das gar nicht stören. Wäre da nicht sein Erzfeind Sebastian, der mit seiner spektakulären Zaubershow in ganz Schweden Erfolge feiert. Ausgerechnet mit Charlotta an seiner Seite, Antons Ex-Freundin.
Früher waren Anton und Sebastian befreundet und haben gemeinsam gezaubert, nun sieht Anton überall die riesigen Plakate, die Sebastians und Charlottas Tournee ankündigen und auf denen groß in silbernen Buchstaben Together in Magic Forever steht. Es liegt auf der Hand: Für Anton läuft es nicht gut. Im Grunde läuft es überhaupt nicht. Aber niemand ist besser darin als er, sich das Leben schönzureden. Bis er sich eines Nachts im Wald verirrt und ein seltsames Mädchen trifft. Danach scheint Anton plötzlich vom Pech verfolgt zu werden. Als ernsthafter Zauberer glaubt Anton natürlich nicht an Magie. Aber langsam dämmert ihm, dass er etwas an seinem Leben ändern muss...

 

 

Sehr unterhaltsam, nicht kitschig, voller schräger Ideen und mit einem harmonischen Ende versehen- Lesevergnügen zu jeder Jahreszeit!

 

Meja Mwangi

"Happy Valley"
von Meja Mwangi
Gebunden, Roman. 151 S, € 16,90

 

 

 

 

Toma Tomei aus Happy Valley hat die besten Chancen Chief seines Clans zu werden. Doch eines muss zuvor gelingen: Seine Frau Grace muss nach neun Töchtern einen Sohn gebären! In der Nacht, als Grace ihr zehntes Kind zur Welt bringt, fällt der alte Generator im Busch-Hospital endgültig aus und als die Ereignisse in Finsternis getaucht sind, tritt eine gewisse Verwirrung ein. Nun ist das Baby, das die Krankenschwester dem aufgeregten Vater am nächsten Morgen zeigt, tatsächlich ein Junge doch ist der Säugling weiß und hat grüne Augen! Toma Tomei ist verzweifelt.

Grace und die neun Töchter aber lieben den Jungen. Toma Tomei sucht den Hexer Muti auf. Muti jedoch hat zwei Auftraggeber: Außer für Toma Tomei ist er auch für dessen Widersacher Old Noah im Einsatz, der ebenfalls auf das Amt des Chief aus ist. Es scheint für beide Kunden das beste, das weiße Baby aus der Welt zu schaffen.

Doch Grace ist eine kluge Frau und sie schützt den Jungen mit den Katzenaugen vor allem Übel. Wie am Ende ihr leibliches Kind - ein schwarzes Mädchen! - zu ihr findet und Toma Tomei trotzdem Chief seines Clans wird, ist eine verzwickte und überaus komische Geschichte.

Meja Mwangi erzählt spannend und mit jeder Menge Situationskomik von der Verwechslung zweier Neugeborener und in einem Busch-Hospital. Liebevolle Aufmerksamkeit und große Achtung findet Meja Mwangi einmal mehr für die eigentlichen Helden der afrikanischen Gesellschaft: die Frauen.

Rafiki
von Meja Mwangi (Kenia)
Gebunden, Roman. Übersetzung: Thomas Brückner 320 S., € 22,00



Der irrwitzige Feldzug eines afrikanischen Don Quijote, voll von skurrilen Dilettanten und Frauen, die es leid sind.


 
Rafiki, den Mann mit der Gitarre, kennt jeder in Nanyuki. Immer freundlich, immer fröhlich, immer knapp bei Kasse tingelt er durch die maroden Straßen der Stadt.

Er wäre ein glücklicher Mann, hätte seine Frau Sweettea ihm nicht die Pistole auf die Brust gesetzt: Wenn er nicht endlich das Geld für das Studium seiner Tochter verdient, verlässt sie das Haus mit allem, was darin ist. Rafiki, der gut ohne Geld, aber keinesfalls ohne Sweettea leben kann, muss schnell handeln und beschließt einen bewaffneten Überfall auf das Abzahlungsgeschäft der Brüder Manu und Manish Patel. Doch deren Kasse ist ebenfalls leer, weil die Kunden ihre Fernseher, Kühlschränke und Radios zwar kaufen, aber die Raten nie bezahlen. Rafiki, berührt von der Lage der bankrotten Inder, fasst einen Entschluss: Er wird das Geld persönlich eintreiben oder die Waren zurückholen. Für die Patel-Brüder, für Sweettea, für die Moral der ganzen Stadt!

Eine großartige Komödie voller skurriler Dilettanten! Allen voran Rafiki, der als selbsternannter Ritter durch die in Armut versinkende Stadt zieht, um mit zweifelhaften Methoden eine neue Moral zu erzwingen. Meja Mwangi zeichnet die kenianische Gesellschaft mit Galgenhumor und der leisen Hoffnung auf neue Helden: die Frauen und ihre Kinder.

Hanns-Josef Ortheil

Hanns-Josef Ortheil
wurde 1951 in Köln geboren.

Er ist Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Seit vielen Jahren gehört er zu den bedeutendsten deutschen Autoren der Gegenwart. Sein Werk wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Thomas-Mann-Preis, dem Nicolas-Born-Preis, dem Stefan-Andres-Preis und zuletzt dem Hannelore-Greve-Literaturpreis. Seine Romane wurden in über zwanzig Sprachen übersetzt.

"Die Erfindung des Lebens"
Kartoniert
Roman. 589 S., € 11,99

 

 

 

 

"Die Erfindung des Lebens" ist die Geschichte eines jungen Mannes von seinen Kinderjahren bis zu seinen ersten Erfolgen als Schriftsteller. Als einziges Kind seiner Eltern, die im Zweiten Weltkrieg und in der Zeit danach vier Söhne verloren haben, wächst er in Köln auf. Die Mutter ist stumm geworden, und auch ihr letzter Sohn lebt stumm an ihrer Seite. Nach Jahren erst kann er sich aus der Umklammerung der Familie lösen, in Rom eine Karriere als Pianist beginnen und nach deren Scheitern versuchen, mit dem Schreiben sein Glück zu machen ...

Es ist die Geschichte seines eigenen Lebens, welche Ortheil uns hier schildert.  Unbedingt lesen! Eine wunderschöne Sprache, ein kleines "Juwel" in der Bücherlandschaft!!!

"Die große Liebe"
von Hanns-Josef Ortheil
Kartoniert, Roman. 318 S, € 9,99

 

 

 

 

Hanns-Josef Ortheil erzählt von der leidenschaftlichen Liebe eines Paares, das sich an der italienischen Adria-Küste kennen lernt.

Er, ein deutscher Fernsehredakteur, recherchiert dort für einen Film über das Meer, sie ist Meeresbiologin und leitet ein Forschungsinstitut. Er hat sich gerade aus einer längeren Beziehung gelöst, sie ist mit einem Institutskollegen verlobt.

Beide sind fasziniert vom Wasser, seinen Farben, Gerüchen, und bereits über ihrer ersten Begegnung liegt eine eigentümliche Magie. Sie erkennen, dass sie füreinander geschaffen sind - eine Erfahrung, die keiner von beiden je vorher gemacht hat. Zuerst langsam, dann mit rapide wachsender Intensität lassen sie sich aufeinander ein und versuchen ihre Liebe gegen alle inneren und äußeren Widerstände zu verteidigen

Ein Roman der ganz großen Gefühle - aber ohne jemals kitschig zu werden!

Markus Orths, 1969 in Viersen geboren, studierte Philosophie, Romanistik und Anglistik. Seit 1999 ist er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Konzepte". Für seine Erzählungen wurde er mit dem Moerser Literaturpreis, dem "Open mike" der literaturWERKstatt Berlin, dem Marburger Literaturpreis, dem Limburg-Preis, dem Förderpreis NRW und 2009 mit dem Niederrheinischen Literaturpreis ausgezeichnet. Markus Orths lebt in Karlsruhe.

 

"Alpha & Omega"

Markus Orths

11,99 € btb

 

 

 

Auf einmal ist es da: ein Schwarzes Loch in Nevada. Von Physikern erschaffen. Ein Unding, das die Erde Stück für Stück verschlingt. Und jetzt? Vielleicht kann Omega Zacharias helfen. Immerhin ist sie der erste Mensch mit drei Hirndritteln und verfügt über spektakuläre telekinetische Fähigkeiten. Obwohl sie eigentlich lieber über Laufstege schwebt und Tennis spielt, stürzt sie sich in den Kampf. Mit von der Partie sind ihr Bruder Alpha und einige kuriose Helden: der reichste Mann der Welt, ein fliegender Magier, ein schwuler Buddha, ein fußballbegeisterter Müllmann und seine esoterisch bewanderte Frau, eine sexbesessene Teilchenphysikerin und ein mutiger Performancekünstler. Aufgezeichnet wird Omegas Geschichte von Elias Zimmermann, der aus dem Jahr 2525 in unsere Gegenwart reist. Elias begleitet Omega auf ihrem irren Trip und blickt zugleich auf die absurden Auswüchse der heutigen Zeit.

 

 

Klingt nach großem Spaß? ISt es auch!!! Der einzige Science-Fiction-Thriller im Hier und Heute, mit "Deutschland sucht den Superstar", Tennisturnieren in Wimbledon und Fußballfans jedweder Couleur. Noch dazu witzig und flott erzählt. Lohnt sich!!!

 

 

 

Orhan Pamuk

"Diese Fremdheit in mir"
von Orhan Pamuk
Gebunden, Roman. 592 S., € 26,00

 

 

 

 

Der Nobelpreisträger Orhan Pamuk erzählt in "Diese Fremdheit in mir" vom schillernden Leben eines Straßenverkäufers, als Istanbul sich in eine moderne Metropole verwandelt.

Kann man die falsche Frau heiraten und trotzdem die große Liebe finden? Mevlut ist Straßenverkäufer in Istanbul, als er sich Ende der 60er Jahre auf der Hochzeit seines Cousins in die jüngere Schwester der Braut verliebt. Drei Jahre lang schreibt er ihr Liebesbriefe nach Anatolien. Doch dann schickt man ihm die ältere Schwester. Pflichtbewusst heiratet Mevlut Rayiha, und ausgerechnet ein Jugendfreund nimmt seine Angebetete zur Frau. Die beiden Familien leben drei Jahrzehnte in enger Verbundenheit, doch dann nimmt ihr Schicksal eine dramatische Wende. Istanbul aus der Sicht kleiner Leute: Ein großartiger Schelmenroman und ein Familienepos - vor allem aber erzählt der Nobelpreisträger Pamuk eine erstaunliche Liebesgeschichte.

Laura Penny

Laurie Penny ist die wichtigste Stimme des jungen Feminismus in Großbritannien und Deutschland. 1986 in London geboren, lebt sie derzeit in England und den USA, nächstes Jahr will sie nach Berlin umsiedeln. Sie hat Englische Literaturwissenschaft in Oxford studiert und schreibt für den New Statesman und für New Inquiry sowie auf Twitter, wo sie inzwischen über 100 000 Follower hat.
Zuletzt erschienen bei Nautilus »Fleischmarkt. Weibliche Körper im Kapitalismus« (2012) und »Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution« (2015).

Short Stories von Laurie Penny!

Annie ist sauer auf ihren Mann Simon, weil dem das Baby im Kindersitz vom Autodach gefallen ist. Zum Glück ist Annie Robotikingenieurin und das Baby nur eine Maschine. Simon hat nun mal einfach kein Händchen für komplizierte Technik …

Ein Geschäftsessen im Stripclub, und als Schmuckstück der Firma unter all den mächtigen älteren Frauen: der junge, hübsche Praktikant. Er weiß, dass der Mann von heute alles haben kann, Karriere und Sexappeal! Also lacht er mit – und heult höchstens heimlich auf dem Klo …
Die misanthropische Ms Lehman arbeitet in einer staatlich geförderten Medienagentur, die zur Hebung der Volksmoral Welpenvideos online stellt. Niemand hätte ihr die Tierbefreiungsaktion im Lisbeth-Salander-Style zugetraut, doch auch das Video davon ist ein Hit …

Willkommen im Universum von Laurie Penny! Nach ihren erfolgreichen Sachbüchern »Unsagbare Dinge« und »Fleischmarkt«, mit jeweils über 10 000 verkauften Exemplaren, legt sie hier zum ersten Mal Erzählungen vor, feministische Science Fiction & Fantasy vom Feinsten. Ihr scharfer Blick für unbemerkte Zusammenhänge, ihr beißender Humor und ihr kluges Vergnügen an treffenden Bildern machen die Geschichten zu einer so unterhaltsamen wie provokanten Lektüre.

Katrin Seddig

Katrin Seddig, geboren 1969 in Strausberg, studierte Philosophie in Hamburg, wo sie auch heute mit ihren beiden Kindern lebt. 2008 erhielt sie für ihre Erzählungen den Förderpreis für Literatur der Hansestadt Hamburg.

"Eine Nacht und alles"

Von der Zerbrechlichkeit des Glücks und vom Zauber des Neuen

Gebunden, Roman. 432 S., € 19,95


Eine Nacht mit einem fremden Mann, und plötzlich ist in Irenes Leben nichts mehr am festen Platz. Sie beginnt zu zweifeln – an ihrer eingefahrenen Ehe, an sich als Mutter. Denn für eine junge Anhalterin entwickelt sie stärkere Gefühle als für die eigene Tochter, die in eine Aussteiger-Kommune ziehen will. Irenes hilfloser Versuch, die Dinge wieder zu kitten, machen alles nur schlimmer.
Katrin Seddig erzählt ungemein direkt und doch zärtlich von der Zerbrechlichkeit des Glücks, vom Reiz und der Gefahr des Neuanfangs – und von den Überraschungen, die die Liebe stets bereithält. Ein Roman wie aus dem Leben gegriffen, der unmerklich nahegeht und lange nachwirkt.
«Sie sollte längst zu Hause sein. Früh ist schon zu spät. Sie braucht ein Taxi. Aber sie weiß nicht, wo sie ist. Sie weiß nicht die Straße, sie weiß nicht den Namen unten am Klingelschild, sie weiß nicht einmal den Stadtteil. Aber vor allem muss es schnell gehen, denn es ist schon spät, zu spät, es ist viel zu spät, wie konnte sie nur einschlafen? Sie steigt in ihr zerknittertes Kleid, das vor dem Bett liegt wie eine alte abgestreifte Haut, nach ihrem Parfüm duftend, nach Rauch und nach Küssen.»

Anna Seghers

Netty Reiling wurde 1900 in Mainz geboren. (Den Namen Anna Seghers führte sie als Schriftstellerin ab 1928.) 1920-1924 Studium in Heidelberg und Köln: Kunst- und Kulturgeschichte, Geschichte und Sinologie. Erste Veröffentlichung 1924: „Die Toten auf der Insel Djal“. 1925 Heirat mit dem Ungarn Laszlo Radvanyi. Umzug nach Berlin. Kleist-Preis. Eintritt in die KPD. 1929 Beitritt zum Bund proletarisch- revolutionärer Schriftsteller. 1933 Flucht über die Schweiz nach Paris, 1940 in den unbesetzten Teil Frankreichs. 1941 Flucht der Familie auf einem Dampfer von Marseille nach Mexiko. Dort Präsidentin des Heinrich-Heine-Klubs. Mitarbeit an der Zeitschrift „Freies Deutschland“. 1943 schwerer Verkehrsunfall. 1947 Rückkehr nach Berlin. Georg-Büchner-Preis. 1950 Mitglied des Weltfriedensrates. Von 1952 bis 1978 Vorsitzende des Schriftstellerverbandes der DDR. Ehrenbürgerin von Berlin und Mainz. 1978 Ehrenpräsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR. 1983 in Berlin gestorben. Romane: Die Gefährten (1932); Der Kopflohn (1933); Der Weg durch den Februar (1935); Die Rettung (1937); Das siebte Kreuz (1942); Transit (1944); Die Toten bleiben jung (1949); Die Entscheidung (1959); Das Vertrauen (1968). Zahlreiche Erzählungen und Essayistik.

»Ich habe große Sehnsucht nach einer besonderen Art von Welt, in der man arbeiten und atmen und sich manchmal wie verrückt freuen kann.«

"Das siebte Kreuz"
Ein Roman aus Hitlerdeutschland.
Tb., 416 S., € 9,99

Dieser Roman, der zuerst 1942 in englischer Sprache, kurz darauf im mexikanischen Exilverlag El Libro Libre in deutscher Sprache erschien, machte die Autorin weltberühmt. Er wurde zu einem Bestseller. Der Stoff wurde 1942 in einer Comic-Fassung und in der Verfilmung des österreichischen Emigranten Fred Zinnemann 1944 in den USA populär, noch bevor der Roman seine Leser in Deutschland erreichte. Von allen Werken der Seghers ist er unumstritten das bekannteste.

Sieben Gefangene sind aus dem KZ Westhofen entflohen. Sie haben die längst gegen sie entschiedene Machtfrage neu gestellt. Mit ihrer Flucht unterlaufen sie ihre Ohnmacht und nehmen für ihre Selbstbehauptung äußerste Bewährungsproben auf sich. Aber nur einem von ihnen gelingt die Flucht.

Sie habe mit dieser Fluchtgeschichte, sagte Anna Seghers, die Struktur des ganzen Volkes aufrollen wollen. Aus der Perspektive des sozialen Romans schafft sie die bedeutendste analytische Darstellung der nationalsozialistisch formierten Gesellschaft. Der Roman zerlegt die Motive der funktionierenden Mitmacher, der kalkulierenden Karrieristen, der eingeschüchterten früheren Oppositionellen, der Funktionsträger des Regimes und derjenigen, die dem Flüchtling helfen. Das Nachwort zur Entstehung und zur Rezeption macht deutlich, inwiefern Anna Seghers versuchte, einem Weltzustand, den sie keineswegs beschönigt, so etwas wie eine Hoffnung abzutrotzen, und wie das Gelingen des Romans damit zu tun hat, daß die Suggestion der Hoffnung ständig ihre Widerlegung mit sich führt.

Aleš Šteger

Aleš Šteger, geboren 1973, ist der bekannteste slowenische Autor seiner Generation. Er studierte Vergleichende Literaturwissenschaft und Germanistik in Ljubljana und veröffentlichte bislang fünf Lyrik- sowie mehrere Prosabände. Für seine Werke erhielt Šteger zahlreiche Auszeichnungen. Außerdem übersetzt er aus dem Deutschen, Englischen und Spanischen, u. a. Werke von Gottfried Benn, Peter Huchel und Ingeborg Bachmann.

www.alessteger.com/

"Archiv der toten Seelen"

Ales Steger

22,95€

 

 

 

Zur Karnevalszeit im Jahr 2012 ist das slowenische Maribor Kulturhauptstadt Europas. Lokalpolitiker und Selbstdarsteller versuchen Profit daraus zu schlagen, jede erdenkliche Kunstform wird vermarktet. In den Medienrummel mischen sich der aus Maribor stammende Dramaturg Adam Bely und die kubanisch-österreichische Journalistin Rosa Portero. Das seltsame Paar verfolgt jedoch eine geheime Mission. Die beiden sind einer bösartigen Verschwörung auf der Spur und wollen deren dreizehn Anhänger entmachten. Dabei begegnen sie einer Vielzahl von Maribors wichtigsten Bürgern, allesamt verstrickt in ein Netz aus Korruption und Lügen. In der Tradition von Bulgakow, Gogol und Kafka lässt Ales Steger die Kräfte des Guten und des Bösen aufeinander prallen, seziert in seinem grandiosen literarischen Thriller die verrottete Gesellschaft des schönen Scheins. Sein Debütroman voller schräger Gestalten - nicht zuletzt ihm selbst- und mit einem sich grotesk steigernden Plot entpuppt sich als Reise in das Herz der Finsternis Europas.

 

Ja, zur Karnevalszeit spielt dieser grandiose Roman- und das ist nicht das einzige verbindende Glied zwischen Köln und Maribor, wie der geneigte Leser merken kann. Für Freunde der Verschwörungstheorie und Liebhaber des Abgründigen!

Juan Gabriel Vásquez wurde 1973 in Bogotá geboren und studierte lateinamerikanische Literatur an der Sorbonne. Er hat unter anderem Victor Hugo und E. M. Forster übersetzt sowie zahlreiche preisgekrönte Erzählungen und Essays publiziert. Heute lebt er als Schriftsteller in Barcelona.

"Die Reputation"

Juan Gabriel Vásquez

19,95€

 

 

Javier Mallarino ist eine lebende Legende. Er ist der einflussreichste politische Karikaturist Kolumbiens, ein Mann, der in der Lage ist, ein Gerichtsurteil zu kippen, einen Bürgermeister zu stürzen oder ein Ministerium ins Wanken zu bringen - dazu braucht er nur Papier und Feder. Politiker wie Regierung fürchten seinen gnadenlosen Blick. Mit 65 Jahren, nach vier Jahrzehnten einer glänzenden Karriere, liegt ihm das Land zu Füßen. Doch dann erhält er unerwartet Besuch von einer jungen Frau, die ihn mit einer lange vergangenen Nacht konfrontiert, und zum ersten Mal wird die Verantwortung für seine Zeichnungen zu einer Bürde.
Der große kolumbianische Romancier Juan Gabriel Vásquez erzählt packend von der Last der Vergangenheit und dem Versagen der Erinnerung. In DIE REPUTATION spielt er meisterhaft mit den Grenzen von Öffentlichem und Privatem und lässt den Leser auf beklemmende Weise jegliche Gewissheit verlieren.

 

Wenn Sie beim lesen des Klappentextes die Sorge befallen sollte, dass es sich hier um das abgedroschene Thema "uneheliches Kind" handelt: unnötig! In dieser brillanten Geschichte geht es um Verantwortung in anderer Hinsicht. Schöne Sprache, undramatisch erzählt, Lesegenuss pur

 

Juli Zeh

Juli Zeh, 1974 in Bonn geboren, Jurastudium in Passau und Leipzig, Studium des Europa- und Völkerrechts, Promotion. Längere Aufenthalte in New York und Krakau. Schon ihr Debütroman „Adler und Engel” (2001) wurde zu einem Welterfolg, inzwischen sind ihre Romane in 35 Sprachen übersetzt. Juli Zeh wurde für ihr Werk vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Rauriser Literaturpreis (2002), dem Hölderlin-Förderpreis (2003), dem Ernst-Toller-Preis (2003), dem Carl-Amery-Literaturpreis (2009), dem Thomas-Mann-Preis (2013) und dem Hildegard-von-Bingen-Preis (2015).

"Unterleuten"
Gebunden, Roman. 640 S., € 24,99

 

 

 

 

Manchmal kann die Idylle auch die Hölle sein. Wie das Dorf "Unterleuten" irgendwo in Brandenburg. Wer nur einen flüchtigen Blick auf das Dorf wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten, von den kleinen Häusern, die sich Stadtflüchtlinge aus Berlin gerne kaufen, um sich den Traum von einem unschuldigen und unverdorbenen Leben außerhalb der Hauptstadthektik zu erfüllen. Doch als eine Investmentfirma einen Windpark in unmittelbarer Nähe der Ortschaft errichten will, brechen Streitigkeiten wieder auf, die lange Zeit unterdrückt wurden. Denn da ist nicht nur der Gegensatz zwischen den neu zugezogenen Berliner Aussteigern, die mit großstädtischer Selbstgerechtigkeit und Arroganz und wenig Sensibilität in sämtliche Fettnäpfchen der Provinz treten. Da ist auch der nach wie vor untergründig schwelende Konflikt zwischen Wendegewinnern und Wendeverlierern. Kein Wunder, dass im Dorf schon bald die Hölle los ist ...

Mit "Unterleuten" hat Juli Zeh einen großen Gesellschaftsroman über die wichtigen Fragen unserer Zeit geschrieben, der sich hochspannend wie ein Thriller liest. Gibt es im 21. Jahrhundert noch eine Moral jenseits des Eigeninteresses? Woran glauben wir? Und wie kommt es, dass immer alle nur das Beste wollen, und am Ende trotzdem Schreckliches passiert?

Kommen Sie vorbei!

Buchhandlung Ulrich Klinger
Rochusstr. 93
50827 Köln-Bickendorf

 

Sie können uns auch einfach anrufen unter:

 

0221/5304658 0221/5304658

 

oder unser Kontaktformular nutzen.